CRM-Demo anfordern im Mittelstand: Leitfaden zur Auswahl der richtigen CRM-Software
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Key Takeaways
- Ohne Lastenheft keine Demo: Eine saubere Bedarfsanalyse sichert Vergleichbarkeit der Anbieter.
- Demo ≠ Produktshow: Realistische Use-Cases verwandeln die Präsentation in einen Mini-PoC.
- Bewertungsmatrix: Gewichten Sie Strategisches, Technisches, Rechtliches & Wirtschaftliches, statt nur den Preis.
- Mittelstand braucht MVP: Kleine Teams, schnelle Quick Wins und ein deutschsprachiger Partner schlagen Funktionsmonster.
Table of contents
Einleitung: Warum lohnt sich der Mehraufwand?
Studien zeigen, dass Unternehmen mit klar definierten CRM-Zielen bis zu 29 % mehr Umsatz erzielen. Wer jedoch unvorbereitet eine Demo bucht, jongliert mit Bauchentscheidungen. Unser Leitfaden führt Sie – Schritt für Schritt – von der Bedarfsanalyse bis zur finalen Entscheidung.
1. Ausgangspunkt – Systematische Bedarfsanalyse
- Geschäftsziele klären: Laut dem E-Book „CRM-Einführung“ sind Umsatzsteigerung, höherer CSAT und Prozessautomation die Top-Treiber.
- CRM-Prozesse aufnehmen: Eine Checkliste von Pipedrive empfiehlt Fokus auf Lead-, Angebots- und Serviceprozesse.
- Ist/Soll vergleichen: Wo stocken Leads, Angebote oder Reklamationen? Sessionlift nennt Datenqualität als häufige Bremse.
- Abteilungsübergreifend priorisieren: Ein Framework von Salesforce rät, Vertrieb, Marketing & Service an einen Tisch zu holen.
2. Checkliste – Auswahlkriterien strukturieren
Vier Blöcke bringen Ordnung ins Chaos:
- Strategisch & fachlich: 360°-Kontaktansicht, Pipeline, Marketing-Automation.
- Technisch: Skalierbarkeit, Integration in ERP/E-Mail/Telefonie, Cloud vs. On-Prem.
- Recht & Sicherheit: DSGVO-Konformität, EU-Server, wie von Vtiger empfohlen.
- Wirtschaftlich: Lizenzmodell, TCO – siehe Zeeg-Leitfaden.
3. Longlist auf Shortlist reduzieren
Beginnen Sie mit 5-10 Systemen und reduzieren Sie auf 2-4 Favoriten, wie es das Praxisleitfaden „CRM im Mittelstand“ empfiehlt. Prüfen Sie insbesondere Mittelstands-Referenzen.
4. Demo professionell vorbereiten
4.1 Demo-Ziele: Drei bis fünf Kernprozesse (z. B. Lead → Quote, Service-Ticket).
4.2 Demo-Szenarien: Vorab an Anbieter schicken; Leitfaden von Comselect liefert Muster.
4.3 Teilnehmende: Vertrieb, Marketing, Service, IT; Vorlage von Salesforce.
5. Worauf Sie in der Demo achten
- Funktionaler Fit: Kann das System Prozesse ohne teuren Code abbilden? (vgl. Zeeg)
- Usability: Mobile Reife, Klickwege – Bauchgefühl der Mitarbeitenden zählt (Vtiger).
- Reporting: Drag-&-Drop-Dashboards laut Mittelstand-Digital.
- Integration: Live-Schnittstellen oder Konzept nachweisen (Comselect).
- Datenschutz: DSGVO, Löschkonzepte (Mittelstand 4.0).
6. Demo systematisch bewerten
Nutzen Sie eine Matrix (Kriterien × Anbieter). Vorlage im ITMX-E-Book. Gewichten Sie Prozess-Fit höher als Optik. Jede Demo endet mit einem Bewertungsblatt (Pipedrive).
7. Häufige Fehler vermeiden
„Ein CRM-Projekt scheitert selten an Technologie, sondern an falschem Fokus und Change Management.“
- Preis > Prozess-Fit (Mittelstand-Digital).
- Zu viele Sonderanpassungen (Vtiger).
- Kein Mandat der Geschäftsführung (Praxisleitfaden).
8. Besonderheiten im Mittelstand
- Ressourcenknappheit: MVP-Ansatz & externer Support (Factory42).
- Schnelle Quick Wins: Kleine Module vor Big Bang (Vtiger).
- Akzeptanz über Funktionen: Überladene Systeme killen Adoption (Zeeg).
- Change Management: Kommunikation & Schulung sind Pflicht (Sessionlift).
9. Zeitlicher Ablauf auf einen Blick
- Ziele & Prozesse definieren – Lastenheft (Pipedrive)
- Longlist → Shortlist (2-4 Systeme) (Zeeg)
- Demo-Szenarien erstellen (Comselect)
- Demos durchführen (1.5-3 h) (Salesforce)
- Bewertungsmatrix & Favoriten (Vtiger)
- TCO-Berechnung & Referenzen → Finale Entscheidung (Factory42)
FAQ
Wie viele Demos sollte ich maximal ansetzen?
Erfahrungsgemäß reichen zwei bis vier fokussierte Demos, um 80 % der Marktbreite abzudecken und das Team nicht zu überlasten.
Brauche ich für die Demo schon echte Daten?
Nein. Fiktive, aber realistische Use-Cases genügen. Achtung: Nutzen Sie niemals produktive Kundendaten ohne DSGVO-Prüfung.
On-Premise oder Cloud – was ist sicherer?
Die DSGVO erlaubt beides. Entscheidend sind Auftragsverarbeitungsvertrag, Verschlüsselung und Rollenkonzepte. Viele Mittelständler profitieren von Cloud-Skalierbarkeit.